Hör mal wer da einstellt – Videos: Die Zukunft der Stellenausschreibung?

Unter dem Motto „It‘s going to be legendary!“ fand vor ein paar Wochen das 11. Digital Life Camp (DLC) der T-Systems Multimedia Solutions statt. Im Rahmen eines Ganztagesevents präsentierten über 45 Speaker ihre Workshops und Vorträge. Eingerahmt wurde das ganze von einer stimmungsvollen Atmosphäre und Moderation, fast alles aus den Händen des Unternehmens.

Über den Tag verteilt fanden insgesamt 4 Sessionstreams statt, welche eine vielseitige Auswahl an Themen boten. Aus 75 eingereichten Vorschlägen setzte sich unter anderem auch unser Workshop zum Thema: „Hör mal wer da einstellt“ durch.

Die 45-minütige Session drehte sich rund um die Erkundung neuer Wege für das Recruiting potenzieller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hier im speziellen Stellenausschreibung per Video.

Recruiting-Videos dienen seit Längerem der Erzeugung erhöhter Aufmerksamkeit, erleichtern die Aufnahme von Informationen ohne stundenlanges Lesen und sprechen potenzielle Kandidaten auch auf emotionaler Ebene an. Zudem verleihen sie dem Unternehmen einen zukunftsgewandten Touch und schaffen Offenheit für digitale Lösungen. Das Thema ist zum Teil schon in großen Konzernen wie Bosch oder Bayer angekommen, spielt aber auch für StartUps eine Rolle. Jetzt treiben sich immer mehr Videos zu gezielten Stellenausschreibungen im Netz herum und das wollten wir mal ausprobieren.

Im Vorfeld der Veranstaltung wurde aus allen entstandenen Ideen das zum Motto des DLC passende Sessionthema ausgewählt. Als nächstes galt es, einen ansprechenden Namen für die Session festzulegen (ein TV-Motto war gefragt) und die Session einzureichen. Die Entscheidung, welche Sessions am Tag des DLC tatsächlich stattfinden sollten wurde via Mitarbeitervoting gefällt. Darauf stand die Erstellung der Agenda sowie die Planung und Besorgung der benötigten Materialen an. Um die Aufnahme der Videos auch live realisieren zu können, entwarfen wir mit Hilfe von Lisa aus unserem Videoteam ein Blanko-Drehbuch, haben uns einen Greenscreen geliehen und Nico brachte Kamera und Stativ mit. Am Tag der Veranstaltung fand ein Pitch statt, im Rahmen dessen alle Sessionowner die Möglichkeit hatten Werbung für ihr Thema zu machen und so das Interesse der Zuschauer zu wecken.

Dann konnte es endlich losgehen. Auf der Agenda stand die Erarbeitung eines Konzeptes für Filmspots zu einer konkreten Vakanz sowie die darauffolgende Produktion des Spots anhand des zuvor durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erstellten Drehbuches.

Filmplakat zur Session

In zwei Teams wurde fleißig diskutiert und es kamen im Prozess einige Fragen auf:

Seriös vs. humorvoll – Wie spreche ich bestimmte Zielgruppen an?

Die Beiträge sollten die richtige Mischung aus authentisch und professionell enthalten. Eine realitätsnahe Darstellung und die Einbindung zukünftiger Arbeitskollegen schafft einen ersten Eindruck zur Passung mit Unternehmenswerten und dem Team. Trotzdem ist es durchaus möglich die Inhalte auf humorvolle Weise zu vermitteln. Dabei kann je nach Zielgruppe auch schon mal mit Stilbrüchen gearbeitet werden, um eine erhöhte Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Erbrachter Input vs. generierter Nutzen – Für welche Vakanzen ist es sinnvoll Videoausschreibungen zu erstellen?

Nicht für jede Stelle lohnt sich die Ausschreibung per Video, denn damit ist natürlich auch ein gewisser Zeitaufwand und der Einsatz monetärer Mittel verbunden. Stellenausschreibungsvideos sind vor allem bei der Besetzung von Stellen empfehlenswert, wo die Zielgruppe über Videos erreicht werden kann (Nutzerzentrierung), für Stellen mit hoher Wichtigkeit (Multichannel) oder besonders schwer zu finden sind (das kennen wir alle 😵). Man sollte auch stets abwägen, wie umfangreich die „Zuschauerschaft“ sein wird, nicht dass ihr ein Video für 2 Experten macht.

Informationsgehalt vs. Unterhaltungswert – Welche Informationen können bzw. sollten übermittelt werden? Und in welchem Umfang?

Neben den wichtigen zu übermittelnden Informationen sollte es den Videos auch an einem gewissen Unterhaltungswert nicht fehlen, um das Interesse der Zielgruppe zu wecken. Zu den inhaltlichen Erfolgsfaktoren von Videostellenanzeigen liefert eine Studie der Hochschule RheinMain weitere Infos. Wenn man der Diksussion bei uns Glauben schenken darf, hat sich wenig an der „Wichtigkeit“ verändert.

Quelle: Hochschule RheinMain, Media Management, Laborstudien WS 2014/15

Ersatz vs. Ergänzung – Inwieweit können Videos zukünftig Stellenanzeigen ersetzen?

Je nach genutzter Plattform ist es neben der Möglichkeit die klassische Stellenausschreibung zukünftig komplett durch ein Video zu ersetzen, auch denkbar das Video in die bestehende Stellenanzeige einzubinden. Generell nimmt die Bedeutung von Social-Media-Kanälen im Bereich Recruiting weiterhin zu. (bei dem einen mehr, bei anderen weniger). Damit reagieren Unternehmen auf die Bedürfnisse der Generationen, welche schon in einer digitalen Welt aufgewachsen sind, die Digital Natives. Durch die hohe Streukraft der Plattformen erreichen die Videos eine gesteigerte Aufmerksamkeit. So genanntes Smart Sharing von Informationen ermöglicht die effektive Ansprache bestimmter Zielgruppen.

Informationsvermittlung vs. kurz & knapp – Wie ist der zeitliche Rahmen zu gestalten?

Es soll natürlich eine ausreichende Plattform geboten werden, um wichtige Inhalte zu vermitteln. In Abhängigkeit von der gewählten Plattform sollten vor der Publizierung wichtige Parameter beachtet werden, wie der zeitliche Rahmen. Während ein LinkedIn-Post auch mal etwas länger sein darf, sollte eine Stellenausschreibung per Video auf Insta eine Minute nicht überschreiten.

Alles in allem war die Session ein spannender Austausch und bot dem Recruiting-Team die Möglichkeit viele Erfahrungen zu sammeln, Hinweise aufzunehmen und den Entstehungsprozesss einer Story zu beobachten – und das direkt an der Zielgruppe. Bei Bierchen und Gegrilltem klang ein wirklich gelungener Tag aus. Unsere Session war im letzten Slot untergebracht, dennoch war keine Müdigkeit zu spüren. Es ist toll zu sehen, welches Interesse die Anwesenden zeigten. Für euch Leser: Ihr solltet es auch mal probieren! 😉


Unsere Gastautorin: Vivien Sahre

Vivien Sahre (HTWK Leipzig)

Ich, Vivien, bin Studentin an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig. Mein Bachelorstudium neigt sich nun langsam dem Ende zu, doch vorher wollte ich die Gelegenheit nutzen wertvolle Berufserfahrung zu sammeln. Nun bin ich Teil des Recruiting-Teams bei der T-Systems Multimedia Solutions 🤩 Ich habe die Session begleitet und damit sowohl Einblicke ins Personalmarketing als auch Anforderungsprofile gewonnen.

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