Mein erster WOL Circle (kein Drama, trotzdem in 3 Akten – Teil I)

„Working Out Loud ist eine einfache Methode, um relevante Arbeitsbeziehungen aufzubauen, die dabei helfen, ein Ziel zu erreichen oder neue Themen zu entdecken.“

John Stepper

Anfang des Jahres war ich auf einen Beitrag in unserem Intranet aufmerksam geworden: Working Out Loud (WOL) Circle gestartet. Ich hatte mir bisher wenig Zeit genommen, mich genauer mit dem Thema zu beschäftigen. „Laut Trainieren / Arbeiten“ – erklärt für mich erst einmal nicht, was es sein könnte. Schnell habe ich erfahren, dass es um einen methodisch begleiteten, mehrwöchigen Austausch sowie um die Erreichung von (eigenen) Zielen geht. Das klang spannend, da ich auch ein paar Gedanken zu Themen hatte, wo mir der Rahmen bisher gefehlt hatte. Zudem habe ich etwas über John Stepper gelesen, denjenige, dessen Werk die neue Marke und gleichnamigen Buch ist.

Bildergebnis für working out load stepper

Wer schon einmal einen Blog-Beitrag von mir gelesen hat, der weiß, dass ich nicht lange zögere, um Dinge auszuprobieren. Demnach habe ich mich bei unserer Personalentwicklung angemeldet und einige Wochen später stand es fest, dass es einen neuen Circle geben wird. Die Neugier war in der Zwischenzeit gewachsen und als der Termin kam, freute ich mich, dass ich Menschen wiedertreffen werde, die ich eingestellt oder in anderen Kontexten erlebt habe, wir aber keinen regelmäßigen Kontakt haben. Sechs Personen haben dann also zum ersten WOL Treffen unseres Circles (übrigens der 5. in unserem Unternehmen) die Köpfe zusammengesteckt. Das war im April, no-show-rate 17%. 🤪

Es wurde kein Alt-Text für dieses Bild angegeben.
Das Foto wurde zum Beweis geschossen, dass wir das Thema auch ohne die Teilnahme von Rieke ernst nehmen. Sie hat freundlicherweise die meisten Treffen moderiert. Danke Rieke!

Ich kann mich noch sinngemäß an eine Aussage erinnern, die John Stepper mal getroffen hatte. Es ging darum, dass all die von ihm benannten Themen wenig originell sind, aber die Umsetzung, sie wird die Herausforderung sein. Mit diesem wenig konkreten und erst einmal gedämpften Gefühl startete ich in einen aus 12 Sessions bestehenden Workshop. Im ersten Treffen stand das Kennenlernen der Teilnehmer und ihrer Ziele im Vordergrund. Bei uns sind Beratung, Business Development, Einkaufserfahrung, Personal, Studierende – all das zusammengekommen. Die Ziele sind entsprechend vielfältig. Es war insbesondere zu diesem Zeitpunkt schwierig mein Ziel in wenige Sätze zu packen. Generell ging es aber um Verständnis für die Personalarbeit meines Arbeitgebers in anderen Abteilungen und anderen Unternehmen, mit dem Fokus auf Sachsen. Zudem ging es um die Erstellung einer „Beziehungsliste“. Beziehungen, also die Relation zu anderen Handelnden, haben einen besonders hohen Stellenwert im WOL. Man sammelt hierbei Personen, die für sein Vorhaben wichtig sind, egal ob man schon in Kontakt mit ihnen steht oder nicht. Auch die aktuelle Verknüpfung wurde erfasst, mit den Teilnehmern ausgetauscht und ergänzt. Schon in der ersten Session wurde ein Element sehr deutlich: Welch wertvolle Empfehlungen meine Mitstreiter mir geben konnten – zu meinem individuellen Ziel und die Aufmerksamkeit dem gegenüber. Zusätzlich fühlte ich mich gut, weil auch ich viel nach Rückmeldung und Ideen gefragt wurde. Jeder bringt in den Circle seine Stärken ein und stärkt mit diesen die anderen Persönlichkeiten und Zielwege. Ehrlich toll!

Wir haben uns auf Vorgehen und Termine verständigt und voller Elan verließ ich den Auftakt. Auch hatte ich jetzt mal Druck die App Telegram zu nutzen, da meine WOL-ler das bevorzugten. Telegram ist eine Messenger App mit ähnlichen Funktionen, wie What’sApp. Im zweiten Termin hielt sich die Stimmung. Es wurde weiter an der Beziehungsliste gearbeitet. Jetzt hieß es aktiv werden, Leute und Präsenzen recherchieren, Aufmersamkeit schenken. Die Beziehungsliste wächst und festigt sich. Mir wird ins Bewusstsein gerufen, dass ich manche Kontakte besser oder einfach anderes pflegen muss. Ich war voll in meinem Element und verbrachte viel Zeit mit Kommentaren und Likes. Zum Glück haben wir immer einen Time Keeper bestimmt. Wir haben diesen rollierend vereinbart. Ohne diesen klappt es wirklich nicht so gut, vor allem in sehr kommunikativen Gruppen, wie wir es waren und sind. Es lief flüssig und wir diskutierten unsere selbsterstellten Beiträge, die wir später alle teilen wollten. Immer mehr wurde mir vor Augen geführt, dass das Menschliche hinter der Methode mich am meisten anspricht. Dazu mehr in den beiden anderen Akten.

„Mach drei kleine Schritte“ – so lautete das Intro der dritten Session. Ich war insofern irritiert, weil ich dachte bereits große Fortschritte gemacht zu haben. Wir hatten den ursprünglichen Termin verlegen müssen. Aufgrund von Dienstreisen oder Urlauben lässt sich das nicht vermeiden, aber man merkt, dass enger zusammenhängende Treffen mehr „Flow“ bringen, sowohl inhaltlich als auch im Engagement. Dazu passte der erste Austausch wie die Faust aufs Auge. Es ging darum die nächsten Termine wirklich festzulegen und zu diskutieren, ob man wirklich Zeit in sein Zielthema investiert. Ich bin beinahe unter den Tisch gerutscht, weil es bei mir da eher nicht so rosig aussah, aber genau das Gegenteil ist in der Gruppe passiert. Es wurden Hinweise besprochen, wie man vorgehen könnte und Dinge, die bereits angeschoben worden sind, wurden wertschätzend bestärkt. Anschließend ging es an den Ausbau des Netzwerkes. Diskussionsgruppen und Inspiratoren wurden aufgesucht und man erlangt bereits operativ mehr Wissen über sein Thema, ohne dass es eine Aufgabe war. Überrascht war ich von der nächsten Aufgabe: „Denke an zwei Personen, denen du danken möchtest.“ Oha. Es ist gar nicht so leicht zu formulieren, wofür man dankbar ist und welche lehrreichen Erkenntnisse man aus der Hilfe anderer zieht. Ich habe eine Nachricht an einen familiären Unterstützer gesendet und eine weitere mit der „Bravo“-Funktion (Lob aussprechen) von www.Linkedin.com. Über diese Erfahrungen, Möglichkeiten und Inhalte haben wir uns im Circle ausgetauscht. Auch hier ein spannender Aspekt: Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo. Man kann auch nicht vergleichen, ob man langsam oder schnell ist. Dazu sind die Themen zu einzigartig. Im ersten Moment fühlte sich das ungewohnt für mich an.

„Lob aussprechen / Bravo“ auf dem LinkedIn-Profil deiner Kontakte

Mein Spoiler:

Mir hat der Circle wirklich sehr gut getan. Bekanntlich soll man ja auch aufhören, wenn es am besten ist. 🤔 Aber das wird mir nicht gelingen, weil die Stimmung zu positiv und die Ergebnisse zu gut waren… Ich kann jedem das Thema nur empfehlen!

Euer Nico

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